NFC-Tag oder QR-Code am Objekt
Beide Wege führen zur selben Zeiterfassung: Handy an den Tag halten oder den Aushang scannen. Der Unterschied liegt nicht in der Bedienung, sondern darin, was der Stempel hinterher belegt. Ein QR-Aushang lässt sich abfotografieren, ein signierter NFC-Tag nicht.
QR-Code als Aushang
- Jedes Handy mit Kamera kann ihn lesen, ohne Zusatztechnik
- Ein Foto des Aushangs funktioniert genauso wie das Original
- Als Papier oder Aufkleber schnell ersetzt, aber auch schnell beschädigt
- Beweiskraft reicht für interne Zwecke, nicht gegen einen Einwand
Signierter NFC-Tag (NTAG424 DNA)
- Jeder Scan erzeugt einen neuen Code, den der Server nachrechnet
- Abfotografieren bringt nichts, Klonen ebenfalls nicht
- Der Chip zählt jeden Scan mit, Lücken und Wiederholungen fallen auf
- An jeder Buchung steht, welcher Weg genutzt wurde
Was der Unterschied technisch ist
Ein QR-Code ist ein gedruckter Text. Er enthält eine Adresse, sonst nichts. Wer ihn einmal abfotografiert, kann ihn von überall aufrufen, und die Buchung sieht danach aus wie jede andere. Für viele Betriebe ist das kein Problem: Wenn eine Kolonne ohnehin gemeinsam anfährt und der Vorarbeiter danebensteht, braucht die Technik nicht zu beweisen, was ohnehin niemand bestreitet.
Ein NTAG424-DNA-Tag arbeitet anders. Im Chip liegt ein geheimer Schlüssel, der ihn nie verlässt. Bei jedem Scan zählt der Chip einen internen Zähler hoch und berechnet daraus eine Signatur (SUN/SDM-CMAC nach NXP AN12196), die in der aufgerufenen Adresse steht. Der Server rechnet mit demselben Schlüssel nach. Ein abfotografierter Link enthält die Signatur des damaligen Scans und wird beim zweiten Aufruf abgelehnt, weil der Zähler nicht mehr passt.
Praktisch heißt das: Der QR-Code belegt, dass jemand einen Link geöffnet hat. Der signierte Tag belegt, dass jemand mit dem Handy vor diesem bestimmten Tag gestanden hat. Erst der zweite Satz hält einer Nachfrage stand.
Wann der Unterschied zählt, und wann nicht
Entscheidend ist, wer später widersprechen könnte. Rechnet ein Betrieb Stunden an einen Auftraggeber weiter, der sie prüft, dann ist der Nachweis Teil der Leistung. Dasselbe gilt für Rundgänge im Sicherheitsgewerbe, wo die Frage nicht lautet, ob jemand gearbeitet hat, sondern ob er zu dieser Uhrzeit an diesem Punkt war. Und es gilt für die Branchen aus § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz, darunter Gebäudereinigung, Bau sowie das Wach- und Sicherheitsgewerbe, wo die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls prüfen kann.
Wo niemand widerspricht, reicht der QR-Aushang. Ein Betrieb mit fünf Leuten an einem Standort braucht keine Signaturprüfung, um zu wissen, wer da war. Der Aushang kostet nichts, hängt in fünf Minuten und funktioniert mit jedem Handy. Teuer wird es erst, wenn jemand aus dem internen Nachweis später einen externen macht, also etwas belegen will, was die Technik nie belegt hat.
Beides nebeneinander, und warum das kein Kompromiss ist
Nicht jedes Gerät liest NFC, und nicht jedes Objekt braucht die höchste Stufe. Deshalb stehen beide Wege am selben Objekt zur Verfügung, dazu die Erfassung direkt in der Anwendung. Was dabei zählt: An jeder Buchung hängt die tatsächlich benutzte Methode, also signiertes NFC, NFC, QR oder App. In der Auswertung ist damit sichtbar, welche Zeiten am Objekt entstanden sind und welche jemand nachgetragen hat.
Das ist der eigentliche Punkt gegenüber einer reinen Entweder-oder-Entscheidung. Ein Betrieb kann an den Objekten, bei denen der Auftraggeber nachrechnet, signierte Tags setzen und überall sonst beim Aushang bleiben, ohne zwei Systeme zu betreiben. Die Zeiten laufen in dieselbe Auswertung, nur mit unterschiedlicher Beweiskraft, und die steht dabei.
Häufige Fragen
Muss ich mich für einen Weg entscheiden? +
Nein. Am selben Objekt können ein NFC-Tag und ein QR-Aushang nebeneinander hängen, dazu die Erfassung direkt in der Anwendung. Welcher Weg genutzt wurde, steht an jeder einzelnen Buchung, es wird also nicht vermischt.
Was ist, wenn ein Handy kein NFC liest? +
Dann bleibt der QR-Aushang als zweiter Weg am selben Objekt. Die Buchung trägt dann die Methode QR statt signiertes NFC, und in der Auswertung ist sichtbar, wie viele Zeiten auf welchem Weg entstanden sind.
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