Glossar: Arbeitszeit & Zeiterfassung
Die wichtigsten Begriffe rund um Arbeitszeit und Zeiterfassung, kurz und verständlich erklärt.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
- Arbeitszeiterfassung
- Die Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit von Beschäftigten. In Deutschland seit dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 für Arbeitgeber verpflichtend.
- Stechuhr-Urteil (EuGH)
- Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 14.05.2019 (C-55/18): Die EU-Mitgliedstaaten müssen Arbeitgeber verpflichten, ein objektives, verlässliches und zugängliches System zur Messung der täglichen Arbeitszeit einzurichten.
- ArbZG (Arbeitszeitgesetz)
- Bundesgesetz, das die werktägliche Höchstarbeitszeit, Ruhepausen, Ruhezeiten und Nacht-/Sonntagsarbeit regelt. § 16 Abs. 2 verlangt die Aufzeichnung der über acht Stunden hinausgehenden Arbeitszeit.
- Höchstarbeitszeit
- Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten; sie kann auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn im Schnitt von sechs Monaten acht Stunden pro Werktag eingehalten werden.
- Ruhezeit
- Nach § 5 ArbZG die ununterbrochene Freizeit zwischen zwei Arbeitseinsätzen, grundsätzlich mindestens elf Stunden.
- Ruhepausen
- Nach § 4 ArbZG im Voraus feststehende Unterbrechungen: mindestens 30 Minuten bei mehr als sechs Stunden, mindestens 45 Minuten bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit.
- Arbeitszeitkonto
- Ein Konto, auf dem Plus- und Minusstunden gegenüber der Soll-Arbeitszeit fortgeschrieben werden, um Arbeitszeit flexibel auszugleichen.
- Gleitzeit
- Arbeitszeitmodell, bei dem Beschäftigte Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit innerhalb eines Rahmens selbst bestimmen, oft mit einer Kernarbeitszeit als Anwesenheitspflicht.
- Vertrauensarbeitszeit
- Modell, bei dem der Arbeitgeber auf die Kontrolle der Lage der Arbeitszeit verzichtet. Die geleistete Arbeitszeit muss trotzdem erfasst werden; die Aufzeichnung kann an die Beschäftigten delegiert werden.
- MiLoG-Dokumentationspflicht
- Nach § 17 Mindestlohngesetz müssen in bestimmten Branchen (u. a. Bau, Gebäudereinigung, Sicherheitsgewerbe) Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit aufgezeichnet und zwei Jahre aufbewahrt werden.
- GoBD
- Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form. Verlangen u. a. Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit steuerrelevanter Aufzeichnungen.
- Revisionssicherheit
- Die manipulationssichere, nachvollziehbare und unveränderbare Aufbewahrung von Aufzeichnungen, z. B. über eine append-only Hash-Kette, bei der jede nachträgliche Änderung erkennbar wird.
- Steuerfreie Zuschläge (§ 3b EStG)
- Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind nach § 3b Einkommensteuergesetz bis zu bestimmten Prozentsätzen des Grundlohns steuerfrei.
- Personen-Notsignal (Alleinarbeit)
- Technische Überwachung allein arbeitender Personen: Bleibt ein Lebenszeichen aus oder wird ein Alarm ausgelöst, werden automatisch Verantwortliche informiert. Für gefährliche Alleinarbeit von der DGUV gefordert.
- NFC / NTAG424 DNA
- Near Field Communication ist eine Nahfunk-Technik zum Stempeln per Tag. NTAG424-DNA-Tags erzeugen bei jedem Scan eine kryptografisch signierte Nachricht (SUN/SDM-CMAC), die das Klonen eines Tags technisch ausschließt.
- Gefährdungsbeurteilung
- Pflicht jedes Arbeitgebers nach § 5 Arbeitsschutzgesetz: Gefährdungen der Arbeit ermitteln, bewerten und Maßnahmen ableiten. Ergebnis, Maßnahmen und deren Wirksamkeitsprüfung sind nach § 6 zu dokumentieren.
- Betriebsanweisung
- Arbeitsplatzbezogene Anweisung des Arbeitgebers an die Beschäftigten zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen (§ 14 Gefahrstoffverordnung, TRGS 555). Schriftlich, in verständlicher Form und Sprache.
- Sicherheitsdatenblatt (SDB)
- Herstellerdokument zu einem Stoff oder Gemisch in 16 festen Abschnitten, nach REACH an den Arbeitgeber geliefert. Es ist die Quelle für die Betriebsanweisung, nicht ihr Ersatz.
- Unterweisung
- Mündliche Information der Beschäftigten über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen, vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens jährlich (§ 12 Arbeitsschutzgesetz). Sie ist zu dokumentieren.
Weitere Ratgeber
Ist Arbeitszeiterfassung Pflicht? Zeiterfassung ohne Cloud: Was der eigene Server wirklich bedeutetWas kostet eine Zeiterfassung?Zeiterfassung und DSGVO: Was ist erlaubt?Pausenregelung nach dem ArbeitszeitgesetzSteuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (§ 3b EStG)§ 17 MiLoG: In welchen Branchen gilt die Dokumentationspflicht?Urlaubsanspruch berechnenÜberstunden: Regeln, Abbau und AuszahlungKrankmeldung und EntgeltfortzahlungArbeitszeitkonto und Gleitzeit: so funktioniert esNachtarbeit: Grenzen, Rechte und ZuschlagKurzarbeit und KurzarbeitergeldFeiertagsarbeit: Regeln, Ersatzruhetag und VergütungAlleinarbeit: was ist erlaubt und wann wird sie zur gefährlichen Arbeit?Personen-Notsignal-Anlage (PNA): wann sie gefordert ist und was eine App leisten kannGefährdungsbeurteilung für Alleinarbeit: was hineingehörtBetriebsanweisung für Reinigungsmittel: Pflicht, Inhalt, Abgrenzung zum Sicherheitsdatenblatt
Zeiterfassung, die die Pflicht erfüllt
Beginn, Ende und Dauer automatisch und revisionssicher erfasst, ohne App. 30 Tage kostenlos testen.
Kostenlos starten